Dr. Karen Körber

Tel. 040 - 42838-2935

Karen.Koerber@igdj-hh.de

 

Zur Person

Dr. Karen Körber ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für die Geschichte der deutschen Juden (IGdJ) in Kooperation mit der Akademie der Weltreligionen (AWR) der Universität Hamburg. Sie studierte Soziologie, Politikwissenschaften und Psychologie an der Universität Bremen, der Freien Universität Berlin und der Columbia University, New York und promovierte an der Humboldt-Universität zu Berlin. Sie war wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Soziologie der Freien Universität Berlin und Doktorandin am Institut für Sozialforschung in Frankfurt am Main. Karen Körber hat mehrere Forschungsprojekte durchgeführt und geleitet, die sich mit der Migration russischsprachiger Jüdinnen und Juden in die deutsche Einwanderungsgesellschaft nach 1990, der Transformation der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland und Fragen transnationaler Familiarität beschäftigt haben. 2012 – 2014 war sie Fellow am Jüdischen Museum Berlin. 2014 - 2015 hatte sie eine Vertretungsprofessur am Institut für Europäische Ethnologie/Kulturwissenschaft an der Philipps-Universität Marburg inne.

Karen Körber forscht im Bereich der jüdischen Gegenwart und Zeitgeschichte. Sie befasst sich als Soziologin mit dem Judentum in Deutschland, ihre Schwerpunkte bilden darin die Themenbereiche der jüdischen Migrationsgeschichte nach 1945 und der soziale, religiöse, kulturelle und institutionelle Wandel der jüdischen Gemeinschaft seit den 1990er Jahren. In diesem Zusammenhang interessiert sie sich besonders für die Entwicklungen einer jüdischen Diaspora in der deutschen Einwanderungsgesellschaft im 21. Jahrhundert. In einer Reihe von Forschungsprojekten ( BMBF, Gerda Henkel Stiftung,  DFG) und Publikationen hat sie sich mit Fragen des religiösen Wandels und Pluralisierungen, jüdischen Migrationen und Diasporas, Erinnerungskulturen und Zugehörigkeitskonstruktionen in der Einwanderungsgesellschaft beschäftigt.

 

Forschungsschwerpunkte

Soziologie des Judentums

Religiöser Wandel und Pluralisierung

Migration und Diaspora

Erinnerungskulturen

Aktuelle Projekte:

Projektleitung: Religiös codierte Differenzkonstruktionen – jüdische Perspektiven (BMBF-Projekt im Forschungsprogramm „Aktuelle Dynamiken und Herausforderungen des Antisemitismus“)

Persische Juden in Hamburg von 1950 – 2000 (Gerda Henkel Stiftung).

Publikationen

Monographie

Lebenswirklichkeiten. Russischsprachige Juden in der deutschen Einwanderungsgesellschaft.

Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 2022 (Mit einem Beitrag von Andreas Gotzmann).

Juden, Russen, Emigranten. Identitätskonflikte jüdischer Einwanderer in einer ostdeutschen Stadt. Frankfurt/New York: Campus 2005.

 

Herausgeberschaften

Jüdische Migrationen nach 1945, Medaon - Magazin für jüdisches Leben in Forschung und Bildung, 16 (2021), Special Issue.

Russisch-Jüdische Gegenwart in Deutschland. Interdisziplinäre Perspektiven auf eine Diaspora im Wandel. Göttingen 2015.

Imagined Families in Mobile Worlds. Ethnologia Europaea. Journal of European Ethnology, Vol. 42:2 (2012), Special Issue (gemeinsam mit Ina Merkel).

 

Aufsätze (Auswahl)

Ausgeschlossen dazugehören. Russischsprachige Jüdinnen aus vaterjüdischen Familien im Prozess der Migration nach 1990, in: Medaon - Magazin für jüdisches Leben in Forschung und Bildung, 16 (2021), Special Issue.

Resistant Pragmatism. Young Russian-speaking Jews in Germany/Widerständiger Pragmatismus. Junge russischsprachige Juden in Deutschland, in: OSTEUROPA, 9-11, 2019, pp 83-92

Schwierige Heimat Deutschland – Israel, gelobtes Land? Zugehörigkeitskonstruktionen russischsprachiger Jüdinnen undJuden in der deutschen Einwanderungsgesellschaft, in: Doron Kiesel (Hg.):  Perspektiven jüdischer Bildung. Diskurse-Erkenntnisse-Positionen, Berlin 2019, 236-250.

Widerstreitende Erinnerungen, in: Dimitrij Belkin et al (Hg): Neues Judentum – altes Erinnern? Zeiträume des Gedenkens,  Berlin 2017.

Jüdische Gegenwart in Deutschland. Die Migration russisch-sprachiger Juden seit 1989, in: Deutschland Archiv 2016, Bonn: Bundeszentrale für Politische Bildung (bpb) 2017.

Contested Diaspora. The changing Image of the Jewish Community in Germany, in: David Carment and Ariane Sadjed (Eds.): Diasporas as Cultures of Global Cooperation. Global and Local Perspectives, London 2017.

Conflicting Memories, Conflicting Identities. The Russian-Jewish Immigration and the Image of a new German Jewry, in: Cornelia Wilhelm (Ed.): Migration, Memory and Diversity in Germany after 1945, Oxford/New York  2016.

Einleitung: Eine Diaspora im Wandel, in: Karen Körber (Hg.): Russisch-Jüdische Gegenwart in Deutschland. Interdisziplinäre Perspektiven auf eine Diaspora im Wandel, Göttingen 2015, S. 7-13.

Zäsur, Wandel oder Neubeginn? Die jüdische Gemeinschaft in Deutschland zwischen Recht, Repräsentation und Realität, in: Karen Körber (Hg.): Russisch-Jüdische Gegenwart in Deutschland. Interdisziplinäre Perspektiven auf eine Diaspora im Wandel, Göttingen 2015, S. 13-36.

Die Aufsteiger. Jung, europäisch, säkular: Eine Studie über das Selbstverständnis der zweiten Zuwanderergeneration aus der Ex-Sowjetunion. In: Jüdische Allgemeine, 24. Dezember 2014, Seite 3 (Gesellschaft).

Fast wie im Kino – eine Bar Mizwa 2013, in: JMB Journal des Jüdischen Museum Berlin 2013, Nr. 9, S. 18-21.

Imagined Families in Mobile Worlds. An Introduction, in: Karen Körber and Ina Merkel (ed): Imagined Families in Mobile Worlds, Ethnologia Europaea. Journal of European Ethnology (Special Issue), Vol. 42:2 (2012), S. 5 -12, Special Issue.

So Far and yet so Near. Present-Day Transnational Families, in: Karen Körber and Ina Merkel (ed): Imagined Families in Mobile Worlds, Ethnologia Europaea. Journal of European Ethnology (Special Issue, Vol. 42:2 (2012), S. 12-26.

Nähe auf Distanz. Transnationale Familien in der Gegenwart, in: Gertraud Marinelli-König, Alexander Preisinger (Hg.): Zwischenräume. Migration und die Entgrenzung von Kulturen und Identitäten, Bielefeld 2011, S. 91-114.

Minderheitenpolitik im Spannungsfeld von Diaspora und Nationalstaat. Das Beispiel der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland, in: Sigrid K. Amos, Wolfgang Meseth, Matthias Proske (Hg.): Öffentliche Erziehung revisited. Erziehung, Politik und Gesellschaft im Diskurs, Wiesbaden 2011, S. 137-156.

Synagoge, Samowarverein, Veteranenclub? Jüdische Gemeinden in Deutschland heute, in: Miriam Gillis-Carlebach und Barbara Vogel (Hg.): Becoming visible. Jüdisches Leben in Deutschland nach 1990. Die Achte Joseph-Carlebach-Konferenz,  Hamburg 2011, S. 124-142.

Zu Hause im Dazwischen. Plurilokale Familien im Zeitalter des Transnationalismus, in: Antje van Elsbergen, Franziska Engelhardt, Simone Stiefbold (Hg.): Ansichten, Einsichten, Absichten. Beiträge aus der Marburger Kulturwissenschaft,  Marburg 2010, S. 92-102.

Multikulturalismus – Die libertäre Version. Ein Kommentar, in: Christoph Bieber, Benjamin Drechsel, Anne-Katrin Lang (Hg.): Kultur im Konflikt. Claus Leggewie revisited,  Bielefeld 2010, S. 227-229 (gemeinsam mit Sighard Neckel).

Von Samarkand nach Schortewitz. Die Einwanderung russischsprachiger Juden nach Ostdeutschland, in: Dmitrij Belkin und Raphael Gross (Hg.): Ausgerechnet Deutschland! Jüdisch-Russische Einwanderung in die Bundesrepublik, Berlin 2010, S. 62-65.

Puschkin oder Thora? Der Wandel der jüdischen Gemeinden in Deutschland. In: Brunner, José und Shai Lavi (Hg.): Juden und Muslime in Deutschland. Recht, Religion, Identität, Tel Aviver Jahrbuch für deutsche Geschichte 37, Göttingen 2009, S.233-254.

Bilder einer schwierigen Ankunft. In: Sutterlüty, Ferdinand und Peter Imbusch (Hg.): Abenteuer Feldforschung. Soziologen erzählen, Frankfurt/New York 2008, S. 73-78.

Holocaust Memory and Multiculturalism. Russian Jews in German Media after 1989. In: New German Critique, No. 92, 2005, S. 101-116 (gemeinsam mit Franziska Becker).

„Juden, Russen, Flüchtlinge“. Die jüdisch-russische Einwanderung nach Deutschland und ihre Repräsentation in den Medien. In: Freddy Raphael (Hg.): „...das Flüstern eines leisen Wehens...“ Beiträge zur Kultur und Lebenswelt europäischer Juden, Konstanz 2001, S. 425-450 (gemeinsam mit Franziska Becker).

„Warum kommen Sie nach Deutschland?“ Über das zwiespältige Verhältnis der hiesigen Gesellschaft zu den neu eingewanderten sowjetischen Juden. In: Frankfurter Rundschau, 22. September 2001, Seite 27 („Dokumentation“).

Wie entsteht politische Ethnizität? Jüdische Identität und der deutsche Wohlfahrtsstaat. In: IZA. Zeitschrift für Migration und soziale Arbeit, Heft 1 / 2001, S. 57-60.

Ethnizität und Wohlfahrtsstaat. In: Peter A. Berger (Hg.): Alte Ungleichheiten - Neue Spaltungen, Opladen 1998, S. 351-363.

Der „Königsteiner Schlüssel“ und die Lehren von Gollwitz. Die jüdische Zuwanderung aus den GUS-Staaten und die enttäuschten Erwartungen. Eine Analyse der Rahmenbedingungen. In: Frankfurter Rundschau, 17. Januar 1998, Seite 6 („Dokumentation“).

Last exit ethnicity? Zur politischen Konstruktion von Ethnizität in den USA und Deutschland. In: Robert Hettlage et al. (Hg.): Kollektive Identität in Krisen. Ethnizität in Region, Nation, Europa, Opladen 1997, S. 310-319 (gemeinsam mit Sighard Neckel).