Dr. Fabian Weber

Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Fabian.Weber(a)igdj-hh.de

Sprechzeiten: nach Vereinbarung

 

Zur Person:

Ab 1. April 2022 ist Dr. Fabian Weber als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am IGdJ tätig. Nach dem Studium der Geschichte und Literatur wurde er an der 2020 mit einer Arbeit über die nichtjüdische Wahrnehmung des Zionismus im Deutschen Reich promoviert. Zwischen 2018 und 2022 war er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität der Bundeswehr München und am Lehrstuhl für jüdische Geschichte und Kultur an der LMU München angestellt.

Zuletzt beschäftigte er sich mit der Wahrnehmung des Jüdischen im radikalkonservativen Milieu der Neuen Rechten, das sich seit 1970 rechts vom konservativen Establishment der BRD herausbildete. Dabei untersuchte er auch die Rolle von rechten Juden im Netzwerk der Neuen Rechten. Mit ihrem Bestseller Der jüdische Witz (1960) und weiteren Publikationen zur jüdischen Geschichte und Kultur ist die Schweizerin Salcia Landmann bekannt bis heute einem Millionenpublikum bekannt. Weit weniger bekannt ist, dass Landmann über Jahrzehnte auch Beiträge für die wichtigsten neurechten Organe Criticón, Staatsbriefe oder die Junge Freiheit verfasste.

Fabian Webers neues Projekt am IGdJ „Schächten und Schächtdebatten in Westdeutschland und der jungen Bundesrepublik (1945/49 bis 1965/72)“ untersucht sowohl die jüdische Praxis des Schächtens nach 1945 als auch die öffentlichen Debatten, die das rituelle, betäubungslose Schlachten auslöste. Diese Debatten geben gleichzeitig Einblick in das liberale Selbstverständnis der jungen bundesrepublikanischen Demokratie als auch das Fortwesen antisemitischer Denkweisen und Gefühle. Neben dem Wiedererwachen jüdischen Lebens nach 1945 werden sowohl juristische und politische Aspekte als auch Akteure des Tierschutzes untersucht.

In Kürze erscheint sein Beitrag: Deutsche Schuld und planetarischer Größenwahn. Die Neue Rechte und der Störfaktor Israel, in: Vojin Saša Vukadinović (Hrsg.), Randgänge der Neuen Rechten. Philosophie, Minderheiten, Transnationalität, Bielefeld 2022 (erscheint zum 27. Juli 2022).